Kunst-Projekte
seit 2000
2006"time-art"2007
2006
entschloss ich mich zur Verlangsamung des Zeitempfindens jeden Tag ein Foto von einem besonderen
Augenblick zu speichern und dann ein Buch
daraus zu machen. Das Projekt ist auf
Memory-Stick ein Zeit-Kunst-Werk: Auf minimalen Raum das intensive
Erleben eines ganzen Jahres gespeichert. Ich war sehr überrascht über
die Lebens-Fülle und die Intensität und Klarheit der Gefühle, die
selbst noch nach 2 Jahren bei jedem Foto vorhanden sind.
2007
habe ich durch die
Begeisterung am Ende des Projektes 2006 ein weiteres "time-art"
Projekt verwirklicht
- mit gleicher Faszination, allerdings war ich zum Jahresbeginn 2008 sehr
erleichtert, das Projekt zu beenden.
20"time-square"05
Seit 01.01.2005 arbeite ich an diesem Projekt und male jeden Tag ein Bild von meinen
Lebens-Eindrücken, die sich weitgehend in geplanten Zeitfenstern
des Alltags abspielen und Gefahr laufen, zu einer sich selbst beschleunigenden
Routine zu entgleisen. Dies macht
sich dann bemerkbar, wenn man das Gefühl hat, die Zeit verfliesst und
vergeht immer schneller...

Die
unmittelbare Auseinandersetung mit dem Alltag, wie wir sie auch aus den
Höhlenzeichnungen unserer Vorfahren kennen, führt uns zum Wesentlichen
unseres Lebens und war Auslöser für dieses Projekt. Nachdem
wir nicht mehr in Höhlen wohnen, sondern zu einer mächtigen
Bürokratie angewachsen sind, wähle ich als unserer Zeit entsprechenden
Raum für meine persönlichen "Höhlenmalereien" einen DIN-A-3
Ordner, in dem meine Alltags- Erlebnisse auf einem DIN-A-3 Blatt in einer "Prospekthülle" konserviert werden.
Ähnlich wie
meine Steuereklärung, der Einheitswert- Bescheid meiner Wohnung, die
Krankenkassen-, Renten- und Versicherungsnachweise, sowie andere
unwesentliche Dinge, die meine gesellschaftliche Identität darstellen. Nachdem
wir Menschen in den Ordnern unserer Kultur (=Bürokratie) schon zuviel
Raum eingenommen haben, stellt die digitalisierte Verkleinerung und
die Verbannung auf Festplatten die kolossale kulturelle
Höchstleistung unserer Generation da, vergleichbar mit dem Pyramidenbau
der Ägypter (nur in die entgegengesetzte Richtung)
Daher
werde ich die bewegenden Bilder meines Lebens im Jahr 2005 so dicht wie möglich
komprimieren und als digitalen Speicher zum Verkauf anbieten.
20"time-square"05
ist eine intensive
Reflexion meines Alltags- Lebens und bereichert den "Kornspeicher
meiner Vergangenheit" und den Festplatten- Speicher meines PC.
Bei
jedem Bild finde ich zu meiner Mitte und selbst nach scheinbar "schlechten" Tagen fühle ich eine Dankbarkeit für diesen Erlebnis-Zeitraum. Das
Malen wurde unbeabsichtigt zum Gebet.
Es
ist für mich ein spannender
Prozess, wahrzunehmen,
welche Ereignisse und Personen
eines Tages nachwirken,
welchen Raum und welche Farben ich spontan
diesen Erlebnissen widme
und welche
Ereignisse sich in der Vergänglichkeit verlieren...
Das Vorgänger-Projekt
"food for the soul"
wurde in der Ausstellung "Des
Menschen Engel ist der Augenblick" in
unserem Haus von September bis Dezember 2003 gezeigt.
Die Fotoserie
"9x9 mystische Augenblicke" ist seit Juni 2004 bis
voraussichtlich Herbst 2005 im 1. Stock des Caritas-Instituts für
Bildung und Entwicklung in München, Hirtenstr.4 (direkt neben dem
Hauptbahnhof) zu besichtigen.
Bilder und Texte können
links unter "Engel der Zeit" angeklickt werden.
9x9 Mystische Augenblicke
2003
versuchte ich die "Zeitfenster
zur Mystik" in einem Projekt umzusetzen. 9x9 Fotos von mystischen
Erlebnissen im Format 9x9 cm sollen die Sehnsucht nach zeitlosen
Muße-Erlebnissen wecken und die offenen Fenster zu mystischen
Erlebnissen darstellen. Der Rahmen nimmt dabei mehr Fläche ein als das
Bild, so wie im Alltag der Rahmen (die Strukturen und Muster) die
größte Zeit einnehmen.
Die Fotos werden auf Spiegelfläche befestigt, von der nur ein schmaler
Rand sichtbar bleibt und deutlich macht, dass diese Erlebnisse auf uns
warten, darauf, dass wir in die Gegenwart, den Augenblick eintauchen,
ganz da sind, staunend wach den Zauber der Schöpgungsidee und die
faszinierend chaotisch-verspielten Wachstums-Formen des Lebens in
Farbtönen und Klangbildern entdecken.
Der Spiegelrand ermöglicht
es, Zufälle zu entdecken und zu beachten, Farbnuancen wahrzunehmen und
sich selbst zu finden. Der Rahmen selbst lässt die Wachstums-Muster
des Holzes durchscheinen und ist Blutrot lasiert, als Symbol für das
pulsierende Leben, dass in mystischen Augen- blicken intensiv spürbar
ist.
"food for the soul"
Seit 2000 befasse ich mich intensiv mit einem Zeit-Projekt. Bei der
Ausstellung "food for the mind" im Münchner Haus der Kunst
kaufte ich mir ein "Leerbuch" und hatte die Idee, ein
Erlebnisbuch "food for the soul" daraus zu machen. Es entstand
ein Tagebuch für glückliche Augenblicke und ich kritzelte den Titel
"Rendevous with eternety" auf den Deckel.
Aus diesen Gedanken entstand ein für mich aufregendes Zeit-Projekt
und eine wachsende Installation "food for the soul", die eine
Kombination ist von derzeit:
- Zwei "Sternstunden"-Bücher: "Rendevous
with eternety" und "Gestalten der Gezeiten"
(eine Art Tagebücher für Glücksmomente, in denen die Zeit im eigenen
Bewusstsein spürbar sich bis zum Stillstand und Einswerden mit den
Dingen verlangsamt)
- Einer Muschelsammlung (bei der die Dauer des Findens und
der damit verbundenen Mußestunden und mystischen Erlebnisse bestimmter
Schnecken, Muscheln, Muschel-Wellenschliffe und der Sternschnuppen des
Meeres, sogenannter "Bauchnäbel", den Sinn und den Wert der
Objekte ausmacht. Die gesammelten Dinge tragen ihrer Formsprache nach
einen symbolischen Namen für mystische Kräfte des Lebens).
- Drei gerahmte Landkarten mit Texten und Grafiken auf die
Glasscheibe gemalt, zu verschiedenen Sternstunden-Orten in verschiedenen
Größen- verhältnissen.

- Einer gezeichneten Zeitkarte, meiner "Schatzkarte",
die im Sommer 2002 in einem Traum auftauchte und mich seither begleitet.
Sie ist für mich der Schlüssel zum Verständnis eines Paradoxons von
Tschuang Tse (500 vor Christus), das lautet: "Niemand hat länger
gelebt, als ein totgeborenes Kind". Die Karte zeigt die Spektren
des Übergangs vom "Ur-Zeit-Erleben" zum
"Uhr-Zeit-Erleben".

Wie in der Astro-Physik entsteht auch im Mikro-Kosmos des
menschlichen Alltags am Ereignis-Horizont, dem Übergang in eine neue
Beziehungs- Dimension, ein neues Zeiterleben. –Zeiterleben existiert
nur subjektiv, als Spiegelbild für unsere individuellen Werte und
Beziehungen.
Wichtig bei diesem Projekt ist, dass nur "billige" (im
Sinne von "einfach, zauberhaft") Materialien verwendet werden,
die aber durch die mit ihnen gestaltete Zeit einen unschätzbaren
ideellen Wert bekommen. "Zufällig" inspiriert wurde
ich im Schaffens-Prozess von zwei Büchern: "Die Kunst der
Liebe" von Erich Fromm und "Die Welle ist das Meer" von
Willigis Jäger.
"Food for the soul" ist ein Projekt im
"Zwischen" (...zwischen Alltag, Mystik und Theoretischer
Astro-Physik, welche mit ihren Theorien zur Schöpfung selbst die
Wundergeschichten der Bibel überflügelt), mit all seinen "black
holes" und "Wurmlöchern". Im "Zwischen" werden
zwar Zufälle, Sternstunden, Einklang-Erlebnisse, Resonanz,
urplötzliche Intuitionen, Staunen und andere, in unserer aufgeklärten
Gesellschaft unerhörte Dinge wie ein Feuerwerk versprüht, was aber
eigentlich kaum jemand wahrhaben will und im Autopilot des Alltags nur
als Störung am Rande betrachtet wird, denn...
"vor nichts schützt sich der Mensch so sehr, wie vor dem
Paradies!" (U.L.)
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