Die
Welle ist das Meer
In mystischen Augenblicken
verlangsamt sich die Zeit bis zum Stillstand der Ewigkeit
und das Bewusstsein und die Wahrnehmung weiten sich zum Wunder des Einklangs
(mit Auszügen aus dem gleichnamigen Buch von Willigis Jäger
– sehr zu empfehlen !)
Auf-Hören
Zulassen
Mitfühlen
Schauen
Staunen
Einklang finden
Das
rauschende Meer wandelt sich zur schweigenden Wolke
Der schwangere Himmel
gebiert tanzende Tropfen
die
das Sonnen-Licht zu einem bunten Regenbogen formen
bevor
sie lustvoll
in das bewegte Meer der Wellen eintauchen
und
im Aufblühen kunstvoll ihre Kreise ziehen in die Welt
Eins
werden im All-Eins-Sein (Uli
Lorenz)
Mystische Erfahrung ist die
Einheit mit allen Wesen.
Wir können zu unserer eigentlichen Quelle vordringen, zu unserem wahren Wesen,
zu unserem göttlichen Kern. Eine wirkliche Wandlung des Menschen kommt aus der
Tiefe des Seins.
Das Ich der Welle verfließt,
Alles ist Welle und Ozean zugleich. Alles ist Kosmos. Mystik ist Gott und Welt,
ein unteilbares Eines. Die Hand hat zwei Seiten, mit dem Verstand muss man eine
Seite nach der anderen betrachten. Von innen werden beide Seiten als Eines
erfahren.
Mystik ist Realisation der
Wirklichkeit.
Die Wirklichkeit, die wir für wirklich halten ist nicht die wirk- liche
Wirklichkeit. Es ist der Sprung auf eine höhere Bewusstseins-Sphäre, indem wir
das alltägliche Ich-Bewusstsein verlassen.
Auf der subtilen Ebene entstehen Visionen und
Prophetien...
Auf der kausalen Ebene kommt es zur Einheitserfahrung mit dem Gegenüber...
Im kosmischen Bewusstsein erfährt der Mensch „Leere“, das reine Sein,
den Ur-Sprung.
Das
Ich ist im Nichts geborgen
und kann dort gut gelassen werden.
Nirwana ist nicht eine Auflösung in einen
allgemeinen Brei, Das Paradies ist keine Vertröstung auf Später. Nirwana und
das Paradies ist die Erfahrung des Hier und Jetzt .
Das
Paradies ist ein Ganz-Da-Sein im
Augenblick.
Die
Leere ist der Resonanzraum in mir und in
der Schöpfung.
Die
Fülle sind die Kontingenten Möglichkeiten
und Potentiale des Schöpfungs-Geistes,
die jedem Wesen im Ur-Sprung zum Leben mitgegeben sind.
Das Leben
ist Weiterentwicklung und Entfaltung,
den Ur-Sprung wieder finden.
Mystik
ist eine Sache der Erfahrung,
nicht des Glaubens und führt zu einer Quelle von Leben, Sinn und Schönheit,
die der Welt und der Menschheit einen neuen Glanz gibt.
Eine mystische Erfahrung ist
eine Ur-Erfahrung
Mystische Erlebnisse kann man nicht in Worten und
Bildern beschreiben. Es wäre der Versuch, einen Blinden die Farbe erklären zu
wollen. Es geht nicht.
Aber jeder Eindruck
braucht einen Ausdruck, das Empfangen braucht ein Geben, das am ehes- ten in Künstlerischen
Ausdruck und Metaphern gelingen kann.
Wie wenn sich die Welt mit einer Spiegelwelt vereint und von innen heraus zu strahlen beginnt,
erscheinen mystische Erlebnisse. Statt 100 Farben genießt man plötzlich ein
Feuerwerk von unzähligen Farbnuancen, begleitet von sanften Tönen, und einem
Leuchten, dass selbst in der Dämmerung nicht erlischt. Die Zeit bleibt stehen,
Ewigkeit breitet sich aus, wie das Universum nach dem Urknall. Es ist, „als
hätt` der Himmel die Erde still geküsst“. Fassungslos, begeistert, manchmal
berauscht von den Farben und Entfaltungsströmen der Dinge fühlt man sich im
Einklang mit der Schöpfungs- Idee.
(U.L)
Erlösung
bedeutet in der Mystik Erkennen oder Erfahren der
Wirklichkeit, die dem geschenkt wird, der loslassen kann. Durch Lassen kann
mehr bewirkt werden, als durch Machen – auch in der Pädagogik und in der
Liebe. Lassen bedeutet, dem Gegenüber eine Eigenständigkeit zubil- ligen, die
uns verbindet. Gerade das Lassen fördert die Verbundenheit.
In
mystischen Erfahrungen gibt es eine grenzenlose Liebe, aber
kein „Ich liebe Dich“.
Es gibt weder Du noch Ich, keine Grenzen, nicht Raum
und Zeit. Es geht einher mit Leichtig- keit, Selbstverständlichkeit und
Freiheit. Alle Polarität ist aufgehoben. Auch Gedankenperlen hervor und
verlieren sich wieder.
Wo Liebe einmal entfacht ist, ist für das Böse kein
Platz mehr. Das Eintauchen in das kosmische Eine hat viele Namen: Leerheit,
Erleuchtung, Nirwana, Auratisches Erleben, Einklang, Synergie, Synchronizität.
Es ist eine Erfahrung des reinen Seins, in der alles so ist, wie es ist, und so
wie es ist, auch vollkommen ist.
Jeden
Augenblick wird die Welt neu geboren. Das wichtigste Element
in der Mystik ist die Zeit- losigkeit. Gott ereignet sich im hier und Jetzt.
Zeit ist keine für sich bestehende Wirklichkeit, sondern das Produkt unserer
Gedanken. Das Jenseits ist das Jenseits der Zeit.
Der Augenblick des gelebten Lebens ist der Zeit-Raum für
die Begegnung mit Gott.
Die
Schöpfungsidee kennt nur Rhythmus und Wandel. Uhr-Zeit ist
eine Erfindung des Menschen angesichts der Bewusstheit des Todes. Das Leben wird
immer stärker zerteilt und zerstückelt, bis keine Muße, keine Weile und keine
Begegnung mehr möglich ist.
Zeit ist das Spiegelbild unsere Werte und spiegelt die
Qualität unserer Beziehungen. Je mehr wir die Uhr-Zeit erleben und je langsamer
sie vergeht, um so unwesentlicher ist die Situation, umso mehr Distanz haben wir
zu den Dingen. Wenn wir in gutem Kontakt, in tiefer Begegnung sind, wenn wir im
Einklang mit uns und unserer Mit-Welt sind, bleibt die Zeit stehen und etwas
Wahrhaftes, Ewigkeit breitet sich aus. Diese Augenblicke haben ihre eigen Aura.
Die Bibel nennt es den Heiligen Geist
Der
Kosmos ist eine Symphonie, die darauf angewiesen ist, dass es
individuelle Wesen gibt, die sie erklingen lassen. Jeder Ort, jeder Augenblick,
jedes Wesen ist eine ganz bestimmte Note, die unverzichtbar für das Ganze ist.
Wir sind Ebenbild des göttlichen Schöpfungsgeistes...
Manche Menschen verhalten sich gegenüber dem Kosmos,
wie Analphabeten gegenüber einem Gedicht: Sie zählen die einzelnen Zeichen und
Worte, aber sie sind nicht im Stande den Sinn zu verstehen, der dem ganzen
Gedicht eine Gestalt gibt.
In
der Mystik bedeutet Auferstehung das Loslassen des Ich in sein
Einswerden mit dem Schöpfungs-Geist.
Wir sind menschliche Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen.
Wir werden zu spirituellen Wesen, die menschliche Erfahrungen machen.
Ein Zauber liegt in allen
Dingen...
(U.L)
So wie die Erde eine
Anziehungskraft und eine Atmosphäre hat, hat jedes Wesen auf Ihr eine Aura. So
wie die Naturgesetze in Schwarzen Löchern (black holes) des Weltalls außer
Kraft setzen und alle Energien in sich wirken lassen, verbinden auch
Einklang-Erlebnisse die Ener- gien der Schöpfungs-Wesen in einem hohen Maße.
Die Schwarzen Löcher haben nach Berech- nungen der modernen Physik „Wurmlöcher“
(white holes) als Verbindung in andere Dimensio- nen und Universen. Auch in
Einklang-Erlebnissen entsteht eine intensive Verbindung zur Schöpfungs-Idee.
Vielleicht gibt es auch ein Parallel-Universum, wie es einige Physiker vor-
aussagen. Was in unserem Kosmos ein Körper ist, wäre in der Spiegelwelt
Energie. So könnte jeder seinen eigenen Engel haben...
Die Physik überflügelt die Religion.
Die
dunkle Nacht... der Weg zur Mystik
Unser
Verstand ist durch einen lebensbedrohenden Egozentrismus verdorben.
Wir
halten an Vorstellungen von der Welt fest, die der Geistesentwicklung der letzten fünf Jahr- hunderte nicht mehr
gerecht werden, trotz zauberhaften Erkenntnisse der Naturwissenschaft die
Menschen in einen inneren Konflikt bringen.
Viele
Menschen leben gar nicht ihr eigenes Leben, sondern fungieren
unbewusst als Stellver-
treter irgendwelcher Verwandter und Vorfahren. Oft überlagern unbewusste Antreiber
und Aufträge aus der Vergangenheit unsere eigenen Werte.
Was
wir Universum nennen, kreieren wir selbst. Gehirn und Nervensystem können nur eine be- grenzte Menge Realität
verarbeiten. Mit unseren Sinnesorganen nehmen wir nur ein begrenztes Spektrum an
Frequenzen wahr. Wir können nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit erkennen
– und diesen Teil ordnen und strukturieren wir nach Maßgabe unseres Verstandes.
95% unserer Energien verwenden wir dafür, neue Wahrnehmungen in unser
geschaffenes Weltbild zu integrieren und unsere Sicht der Welt aufrecht zu
erhalten.
Erkennen
heißt: die Fixierung auf die Ich-Individualität überwinden und sich öffnen für
die göttliche Wirklichkeit, dann erkennt die Welt sich selbst in mir.
Es
gibt Wirklichkeitsdimensionen, die unserem Intellekt verschlossen bleiben,
aber unseren spirituellen Erfahrung zugänglich sind.
Sünde
ist der Zustand des Abgetrennt-Seins, der Selbstausgrenzung des Ich aus dem Strom des Lebens. Wo diese
Selbstausgrenzung Überhand gewinnt, lauert das Verderben.
Mystik
ist der Ich-Tod.
Der Intellekt ist eine bestimmte Manifestation
des Geistes. Eine Fixierung. In dem Maße, in dem unser kleines Ich stirbt,
entfalten sich Vertrauen, Freude und Zuversicht.
Die
Tür zur Mystik muss von innen aufgehen,
wenn z.B. eine Lebenskrise die gesamte bisherige Weltsicht in Frage stellt.
Krisen sind eine Herausforderung zur Entwicklung.
Zunächst
geschieht ein Reinigungs-Prozess bei dem all
die seelischen Blockierungen und Konditionier- ungen bewusst werden, die durch
Erziehung, Sozialisation und religiöse Belehrung gewachsen sind. Es geht um ihr
nüchternes Zu-Bewusstsein-Bringen und Akzeptieren. In der Krise steckt bereits
der Auf- bruch zur nächsten Phase: Zur Sammlung oder Entleerung des sonst in
Zerstreuung befindlichen Be- wusstseins.
Bewusstseinsleerung
können wir auch als „Wolke des Nicht-Wissens“ bezeichnen, als „Schau ins
nackte Sein“. Nur die liebende Aufmerksamkeit bleibt hellwach.
Ein Naturspaziergang oder das Liegen im
Gras und Betrachten der ziehenden Wolken ist hierfür eine gute Übung.
Der
Mensch muss eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei,
vom Alleinsein zum All-Eins-Sein finden. Er kann lernen die Dinge zu
durchbrechen und den Schöpfungs-Geist darin zu finden.
Wir
sollten uns selbst nicht so ernst nehmen und uns und der Welt
mit einer gewissen Heiter- keit, mit einem Lächeln begegnen. Wir können eigene
Schwächen und Fehler annehmen als ein Erbe, dass wir von diesem Leben bekommen
haben. Mystische Erfahrung führt zu Toleranz, Gelassenheit und Akzeptanz des
Bestehenden.
Die
mystische Erfahrung greift bis in den Alltag. Gelassenheit
bedeutet in erster Linie, sich selbst loszulassen. Je weniger ich um mein
eigenes Ich kreise, desto mehr kann ich andere Menschen so sein lassen, wie sie
sind.
Die
Aufgabe des Ich besteht darin, zurückzutreten, um der Wirklichkeit im Leben Platz zu schaf- fen. Hier bekommen
die in Vergessenheit geratenen Begriffe „Demut“ und „Gnade“ wieder einen
tieferen Sinn. Mystische Erfahrungen kann man nicht auf Grund eigener
Anstrengung machen - sie stellen sich nur bei denen ein, die das Ich, das gerne
etwas leisten, machen und erleben will, loslas- sen.
Das Leben ist die eigentliche Religion. Gott offenbart sich im
Kleinen genauso, wie in Zustän- den, die wir erhaben nennen. Religionen sind
wie ein buntes Kirchenfenster. Das Licht macht sichtbar, ist aber selbst
unsichtbar. Sichtbar wird es nur, wenn es in Farbe zerlegt wird. Wir brauchen
die vielen „Glasfenster“ der verschiedenen Religionen und Naturwissenschaften
die uns etwas sagen über das Licht. Sie dürfen ihre Ansicht nur nicht
verabsolutieren.
Eine Religion ist zu vergleichen mit dem Mond, der die Erde bei Nacht
erleuchtet, sein Licht aber von der Sonne erhält. Wenn sich eine Religion zu
wichtig nimmt und sich zwischen den Menschen und Gott stellt, verdunkelt sie
Gott.
Die Mystik hat ihren Grund in der Einheitserfahrung.
Theologie hingegen ist getragen von einem fundamentalen Dualismus von Gott und
Welt, von Gut und Böse, von Wahr und Falsch.
Die Moral tritt in den Hintergrund nach einer
mystischen Erfahrung. Denn er ist ganz und gar von einer umfassenden Liebe zu
allem und jedem erfüllt. „Liebe und tue, was du willst“ (Augusti- nus),
gleichgültig was. Die Liebe ist die wahre Wirklichkeit. Eines Tages werden wir
erkennen, dass Gott immer schon mit uns im Garten Eden spazieren ging.
Mystische
Resonanz entsteht aus einer Dankbarkeit die zum Teilen führt. Denn alles Nehmen weckt den natürlichen
Wunsch zum Geben. Meine Dankbarkeit gilt dem Trinkwasser im Haus, den unzähligen
Blüten und der Grünkraft Gottes in der Natur, den bunten Blättern, der
Heizung und dem Dach über den Kopf, der Weitsicht auf dem Berg und dem
erfrischenden Wasser des Sees, der Gesundheit der Familie und der Zeitlosigkeit,
die ich mit geliebten Menschen und Kindern verbringen darf...
Es
gibt viele Sucher und wenig Finder, weil Menschen so schwer nehmen können.
Die Schöpfung ist immer offen für
unser Geben: unsere Liebe, Hingabe und Achtsamkeit, unsere Hoffnungen und
Sorgen finden in ihr ebenso Resonanz wie unsere Angst und Wut.
Wir lassen uns gerne blenden
durch den Fort-Schritt anstatt unseren eigen- en Weg zu finden, zur Entfaltung
unserer Potentiale und Fähigkeiten im Strom der Evolution. Kommunikation,
Kooperation und Kreativität (K3) sind die Energie der Evolution und
führen zur Vernetzung und zum Einklang...
Die treibende Kraft der
Evolution ist
es, uns zum Ganzen und Einen hin zu öffnen.
Oft ist die Sehnsucht nach Geborgenheit in einer Gruppe größer als der Mut
zum Aufbruch.
Anmerkungen: Bis zur Lebensmitte ist der Mensch nach außen
gerichtet und projiziert dorthin seine Heils-Erwartung: Partnersuche, Sex,
Macht, Geld, Kariere und dergleichen...
„Unter allen meinen Patienten jenseits der
Lebensmitte (35 Jahre) ist nicht ein einziger, des sen endgültiges Problem
nicht das der religiösen Einstellung wäre. Keiner ist wirklich geheilt, der
seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht. (C.G. Jung)
Zur Heilung kann es nur kommen, wenn der Patient seine
transpersonale Identität erfahren hat – wenn er eine Sinndimension erschließt,
vor deren Horizont er seine Lebensgeschichte deuten und verstehen kann (Almass).
„Heil sein“ bedeutet, den Sinn seines Lebens
begriffen zu haben.