Uli
Lorenz,1999
Die "Conference by walking" ist eine Besprechung im Gehen,
die sich bis zu 3 Personen bestens bewährt hat...
Gehen fördert Konzentration statt Zerstreuung.
Man sitzt nicht mehr um den Besprechungstisch
auf der eigenen Leitung,
um sich dabei um alte Gedanken im Kreis zu drehen,
sondern kommt in Bewegung.
Erst in der Bewegung kann sich etwas lösen,
die Eindrücke der Natur ermöglichen neue Inspirationen
anstatt der alten Assoziationen im Büro,
man kann im Gesprächsverlauf etwas hinter sich lassen
und auf Neues zugehen. (ul)
Ich halte den Gang für das Ehrenvollste und Selbstverstänigste in
dem Manne, und bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man
mehr ginge. (Johann Gottlieb Seume in Geißler,250)
"Gehen" ist der Ausstieg aus jenem, unsere
Wirtschaftsdynamik beherrschenden, Modell des "Immer und
Überall". Es ist das bewusste "nicht Immer" und
"nicht Überall". (in Geißler,253)
Gehen ist die Aneignung von Raum und Zeit, Fahren- und noch extremer
Fliegen- ist deren Überwindung.
Der eilige Geist lässt Aufrechtes und Aufrichtigkeit kaum mehr zu.
(in Geißler,253)
Keinen Gedanken glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und
bei freier Bewegung... Das Sitzfleisch- ich sage es noch einmal- ist die
Sünde wieder den heiligen Geist. Nur die ergangenen Gedanken haben
Wert!" (Nietzsche i. Geißler, 254)
Nur im Gehen öffnen sich die Räume und tanzen die Zwischenräume!
Nur der Geher holt sich ein und kommt zu sich selbst... (in
Geißler,255)
Zu Fußgehen, das heißt, Eigenzeit in Anspruch nehmen. Dies
bedeutet, einen eigenen Rhythmus finden und diesen praktisch werden
lassen.
Im Gehen ist man offen für vielfältige Impulse, offen für
Assoziationen, Gedankenkombinationen, Ideenflucht und Ideensog, offen
auch für das Vergessen, für das Vorübergehende. (in Geißler,256)
Wir sollten zwar mit der Zeit gehen, hauptsächlich aber mit der
eigenen. Dann läuft uns auch die Zeit nicht immer davon, und wir
müssten uns nicht darin erschöpfen, Herr unserer Zeit sein zu wollen.
(in Geißler, 95)
Durch tiefes Atmen an der frischen Luft werden tiefe Gefühle
freigesetzt
Durch unsere Füße geben wir beim Gehen Energien an den Boden ab und
können so auch wieder neue Wahrnehmungen (Energien) aufnehmen.
Durch die Verbindung von
ewegung
und Atem können wir auch unser Denken und Fühlen leichter in
Verbindung bringen (stimmen i. Sinne von stimmig machen).
Durch die Verschmelzung von Körper (Bewegung), Seele und Geist beim
Wandern kann man Einsicht gewinnen und die nahe Zukunft intuitiv
vorhersehen.
Durch Einklang von selbst und Umwelt wirkt Getanes mühelos und das
Ergebnis unvermeidlich.
Von Gegenständen der Natur sich ansprechen und sich begeistern
lassen, sie aufgreifen, begreifen und im Geist und Herz weitertragen.
(Schwanger gehen)
"Bildern": Etwas bedeutsames so in die Hand nehmen, dass
man es anfangs "blind" begreift, später auch in der Phantasie
bewahrt und durch ständiges Wider-her-holen in sich eingräbt wie einen
Schatz.
"Überlassen": Etwas wertvolles einfach loslassen oder an
einem stimmigen Ort zurücklassen, oder einem Menschen schenken.