Perfektionismus ist eine Illusion, der Wunsch, einen guten Eindruck
zu machen. Weil das Selbstwertgefühl von Perfektionisten mit einer
fehlerlosen Leistung verknüpft ist, vergeuden sie oft viel Zeit mit
nebensächlichen Details. Es fehlt ihnen die Fähigkeit, zwischen
erreichbaren und unerreichbaren Zielen unterscheiden zu können. Perfektionismus
ist also die beste Möglichkeit, das gesteckte Ziel nie zu erreichen.
Pünktlichkeit auf die Sekunde, übertriebener Ordnungssinn,
stundenlanges und häufiges Aufräumen und übertriebenes
Pflichtbewusstsein und eine Verzettelung in Details sind Merkmale des
Perfektionismus. Perfektionisten überfordern sich selbst, indem sie die
Meßlatte immer ein wenig zu hoch setzen.
2. Aktionismus
Ist der oft verzweifelte Versuch, nicht untätig in Hilflosigkeit und
Ohnmacht zu verharren. Aktionisten wollen das Gesetz des Handelns auf
jeden Fall in die eigene Hand bekommen, selbst wenn sich die Lage durch
ihre verzweifelten Mitteln nur verschlimmert. Qualität braucht Muße
und das Kennenlernen und Einbinden von Ressourcen.
"Damit wenigstens irgendetwas geschieht" ist das Leitmotiv
von Aktionisten, dass gleichzeitig von notwendige Entwicklungen ablenkt.
Aktionismus ist die beste Möglichkeit, wachsende Qualitätsprozesse
zu verhindern.
Auch wenn bestimmte Aktivitäten schon mehrfach nicht zum
gewünschten Erfolg geführt haben, ist dies für Aktivisten kein Grund,
um nicht noch "mehr desselben" zu tun. "Wir haben getan,
was wir konnten" ist eine beliebte Rechtfertigung.
3. Ziel-Fixierung
Fixierungen sind eine Art Zwangsvorstellung, dass mit dem Erreichen
eines bestimmten Ziels oder dem Eintreffen eines bestimmten Ereignisses
gewissermaßen eine umfassende Lösung oder Erlösung von vorhandenen
Problemlagen möglich ist. Ziele sind Vorstellungen eines guten
Verlaufs, die sich durch wandelnde Umstände auch verändern können.
Fixierungen hingegen halten ein eingebildetes Ziel um jeden Preis
aufrecht. Fixierungen schränken die Wahrnehmung ein und verhindern
gleichzeitig die für die Erreichung eines Zieles notwendigen
Veränderungen wahrzunehmen. Mit Fixierungen planen wir unser Leben
wie mit Scheuklappen engstirnig in der Zukunft, und vergessen ganz, es
jetzt zu leben. Werden die fixierten Ziele nicht erreicht, entsteht
Frustration und Resignation.
4. Ziellosigkeit
ist die Unfähigkeit, aus den verschiedenen Bedürfnissen, Wünschen
und Interessen der eigenen Person oder einer Organisation bewusst eine
Auswahl zu treffen und Prioritäten zu setzen. "Wer vom Ziel nichts
weiß, wird den Weg nicht finden." Ziellose Menschen bevorzugen es,
sich von allem Möglichen ablenken zu lassen, um nicht mit sich selbst
konfrontiert zu werden. Diese Gleichgültigkeit von Impulsen kann zur
Lethargie ebenso führen, wie zum Aktionismus: "Als sie die Ziele
aus den Augen verloren, verdoppelten sie ihre Anstrengungen." Nur
in Pausen, in Zeiten der Ruhe und Stille findet man zu seinen Zielen.